Die postmoderne Organisation

Das postmoderne, pluralistische Paradigma

Die Weltsicht des postmodernen pluralistischen Paradigmas umfasst eine hohe Sensibilität für die Gefühle anderer. Somit respektiert sie Perspektivendiversität und sucht nach Gemeinschaft, Harmonie, Gleichheit, Fairness, Kooperationen sowie Konsens. Menschen streben nach harmonischen Beziehungen. „Individuen sollten in der Lage sein, aus dem Gefängnis konventionelle Rollen auszubrechen, zudem soll aber das ganze Gebäude der Kasten und sozialen Klassen, des Patriaschatz und der institutionellen Religionen und andere Strukturen zum Einsturz gebracht werden.“ (Vgl. Laloux 2014, S.30) Dieses Paradigma wurde bereits im 18. und 19. Jahrhundert diskutiert. Daraus entstanden beispielsweise die Abschaffung der Sklaverei, die Emanzipation der Frau, sowie die Trennung von Staat und Kirche, als auch Religionsfreiheit und Demokratie. Hierbei werden Prozesse auch von unten nach oben angestoßen und alle Standpunkte berücksichtigt. (Vgl. Laloux 2014, S.30)

 

In postmoderne Organisationen bestehen weiterhin wie in modernen Organisationen hierarchische Strukturen, jedoch wird ein Großteil der Entscheidungen an die Mitarbeiter weitergegeben. (Vgl. Laloux 2014, S.32) Führungskräfte müssen von nun an ihren Mitarbeitern auch zuhören können, sie motivieren und weiterentwickeln.

 

Als wichtiger Aspekt der postmodernen Organisation gelten eine werteorientierte Kultur sowie eine Sinnausrichtung. Es wird eine gemeinsame Kultur etabliert, in dem Mitarbeiter das Vertrauen entgegengebracht wird, auch eigene Entscheidungen treffen zu können. In dieser gemeinsamen Kultur können sich Mitarbeiter an gemeinsamen Werten (und nicht wie zuvor an Regelwerken) orientieren. Es bestehen lebendige Unternehmenskulturen, in welchen Mitarbeiter wertgeschätzt und befähigt werden. Dies führt dazu dass die Mitarbeiter meist leistungsfähiger sind als in herkömmlichen Organisationen. (Vgl. Laloux 2014, S.33) Da in postmoderne Organisationen der Fokus auf Unternehmenskultur liegt, spielt die Personalentwicklung eine wichtige Rolle. Hierbei werden Maßnahmen durchgeführt wie beispielsweise Trainings, 360° Feedback, Arbeitszufriedenheit Umfragen, Kulturinitiativen usw. (Vgl. Laloux 2014, S.34) Ein wichtiges Schlagwort dieses Paradigmas ist Empowerment, das bedeutet das Führungskräfte ihre Mitarbeiter befähigen müssen zu handeln. Beziehungen sind dabei wichtiger als Ergebnisse. (Vgl. Laloux 2014, S.30ff.) Für dieses Paradigma wird häufig der Metapher der Familie verwendet. (Vgl. Laloux 2014, S.34f.)

 

Ein wesentlicher Bestandteil postmoderne Organisationen ist zudem die Corporate Social Responsibility. (Vgl. Laloux 2014, S.34)

 

Beispiele sind kulturorientierte Organisationen, wie zum Beispiel Ben & Jerry’s, Southwest Airlines, usw.